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„Elternsein ist kein Kampf gegen die Wellen – es ist die Kunst, mit ihnen zu tanzen.“

Aloha, liebe JOMILO Ohana!
Manchmal fühlt sich das Elternsein für mich an wie ein Tag am Meer… 

Die Sonne scheint, die Kinder lachen, und mein Herz ist leicht. Im nächsten Moment rollt eine Welle heran – Wuttränen wegen der falschen Hose, Geschrei wegen Aufräumen und Geschwisterstreit aus dem Nichts. Und Schwupps liege ich da, mit Sand im Gesicht, die Haare voller Salz, atme tief durch und denke: „Und jetzt?“

Genau das ist Familie – zwischen Glück und Chaos: mal sanftes Treiben auf glitzerndem Wasser, mal wildes Durcheinander in der Brandung. Gerade in solchen Momenten hilft es, den Blick aufs große Ganze nicht zu verlieren. 

Und genau darüber möchte ich schreiben. 

Denn je länger ich mich mit kindlicher Entwicklung beschäftige, desto klarer wird mir: Hinter all dem steckt viel mehr, als wir im Alltag oft sehen. Was unsere Kinder in ihren ersten Jahren erleben, prägt sie tief – weit mehr, als man oft ahnt.

Warum mir das Thema so wichtig ist

Als Mama von Joe und Milly erlebe ich jeden Tag, wie schnell sich Kinder entwickeln – und wie herausfordernd es sein kann, Schritt zu halten. Jede Phase bringt Verwirrung, Freude, Hilflosigkeit und Bewunderung, es ist ein ständiges “Level-up”. Hinter jedem „Nein!“, jedem Lachen, jedem neu gelernten Wort steckt eine kleine Entwicklungsaufgabe.

Kinder kommen nicht als „leeres Blatt“ auf die Welt. Sie starten mit einer unglaublichen Offenheit und Lernkraft. In den ersten Lebensjahren läuft ein wahres Wunderwerk ab: Das Gehirn wächst so schnell wie nie wieder im Leben. Milliarden von Nervenzellen verknüpfen sich. 

Viele Erwachsene sagen: „Ach, die sind so klein, die vergessen das eh.“ 
Doch die Wahrheit ist: genau das Gegenteil ist der Fall. 

Jede Erfahrung, jeder Blickkontakt, jede Umarmung wird im „Schaltkreis“ des Gehirns gespeichert. Sicherheit oder Unsicherheit, Vertrauen oder Misstrauen, Freude oder Angst. Diese Erfahrungen landen nicht in der klassischen Erinnerungsschublade – sie prägen vielmehr die Art und Weise, wie ein Mensch später Beziehungen gestaltet, mit Stress umgeht und auf die Welt schaut.

Man könnte sagen: Kinder surfen auf einer Welle der Entwicklung, die wir mitgestalten.

Und was sind Schaltkreise im Gehirn?

Stell dir das kindliche Gehirn wie ein riesiges Netz aus Straßen und Wegen vor. Jedes Erlebnis – ein Lächeln, ein Lied, eine Umarmung – ist wie ein kleiner Funke, der einen neuen Pfad anlegt. Wird dieser Weg immer wieder genutzt, verwandelt er sich in eine feste Straße, irgendwann vielleicht sogar in eine Autobahn. Diese „Straßen“ nennt die Wissenschaft Schaltkreise. Sie verbinden Nervenzellen miteinander und bestimmen später, wie leicht wir Vertrauen fassen, mit Stress umgehen oder Freude empfinden.

Sie sind also die Muster im Gehirn, die formen, wie wir fühlen, denken und reagieren. Und auch wenn Kinder sich später nicht bewusst erinnern können – diese Straßen sind schon da. Sie leiten sie ein Leben lang.

Für mich war das ein Aha-Moment: Ich habe verstanden, dass selbst die unscheinbaren Augenblicke für uns Eltern – ein Blickkontakt am Esstisch, ein beruhigendes Lächeln oder ein bewusstes Aushalten im Trotzsturm – tiefe Spuren hinterlassen.

Bindung – der sichere Hafen im Sturm

Einer der stärksten Schaltkreise, die Kinder aufbauen, entsteht durch Bindung. Wenn ein Kind spürt: “Da ist jemand, der mich annimmt, mich umarmt und mein Glück mitfühlt”, entsteht Vertrauen – ins Leben und in sich selbst.

Diese Erfahrung prägt, wie ein Mensch später mit anderen in Beziehung tritt. Sie ist wie ein Hafen, zu dem Kinder immer wieder zurückkehren können, egal wie hoch die Wellen draußen sind.

Ich sehe das oft bei meinen Kindern: Wenn sie sich sicher fühlen, trauen sie sich, Neues auszuprobieren – ob beim Erzählen vor fremden Leuten, beim Klettern oder weiten Sprünge auf dem Spielplatz, oder neue Kontakte knüpfen. Diese kleinen Schritte sind nur möglich, weil sie wissen: „Mama oder Papa sind da, wenn ich weine, mich freue oder Angst habe“. So entsteht Schritt für Schritt ein Gefühl von Geborgenheit, das sie trägt.

Verständnis statt Frust

Natürlich bin ich nicht immer die geduldigste Mama. Es gibt oft Momente, wo ich nur denke: „Was ist denn jetzt schon wieder?!“

Aber wenn ich mir klar mache, dass mein Kind in solchen Momenten nicht einfach nur „schwierig“ sein will, sondern weil es noch keine Werkzeuge hat, mit Frust umzugehen, fällt es mir leichter, gelassen zu bleiben. 

Das klappt nicht immer, vor allem wenn mir die Lautstärke zu viel wird. Manchmal verliere ich die Nerven, werde dann auch laut oder werfe auch mal ein Spielzeug durchs Zimmer. Doch auch das gehört dazu. Wichtig ist, dass wir immer wieder zurückfinden – zu dem Gefühl von „Du bist geliebt, auch wenn es gerade stürmisch ist.“

Mein Aloha-Herzensgedanke zum Schluss

Aloha – dieses kleine Wort bedeutet so viel mehr als „Hallo“. Es ist ein Lebensgefühl: Liebe, Verbundenheit, Gelassenheit.

Wenn wir mit Aloha auf das Elternsein schauen, verändert sich etwas. Wir erwarten nicht, dass jede Welle glatt und angenehm ist. Wir wissen: Stürme gehören dazu – aber wir wissen auch, dass hinter jeder Wolke wieder Sonne kommt.

Die schwierigen Momenten sind dann nicht nur „nervig“, sondern ein Übungsfeld für unsere Kinder, Emotionen zu surfen. Ein chaotischer Familientag ist nicht nur Stress, sondern auch Erinnerung daran, dass Leben bunt, wild und unberechenbar sein darf.

Und wir Eltern? Wir dürfen mitten in den Wellen strampeln, mal untertauchen, mal auftauchen, lachen, durchatmen, loslassen – und erkennen: Es muss nicht perfekt sein, damit es sich richtig anfühlt.

Denn am Ende ist es wie beim Surfen: nicht jede Welle ist leicht, aber jede bringt uns weiter.

Aus dem wilden Ozean Familienleben wird so eine Reise, die uns allen guttut.

Perfektion ist nicht das Ziel, Liebe schon. 

Mahalo & bis bald.

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