Aloha, liebe JOMILO Ohana!
Schlaf war bei uns nie dieses selbstverständliche „Kind müde – Kind schläft“ Thema.
Bei uns war Schlaf eher ein Ozean, der seine eigenen Regeln machte. Mal ruhig, mal wild, mal sanft, mal unberechenbar. Und ich stand mittendrin, manchmal lachend, manchmal müde, manchmal einfach erstaunt, wie unterschiedlich Menschen ticken.
Ich erinnere mich noch genau an die zweite Nacht, nachdem mein Sohn Joe geboren wurde. In dieser Nacht habe ich nicht eine einzige Minute geschlafen. Er war unruhig, ich habe ihn mehrfach gestillt, gewickelt, gekuschelt und unzählige Liegepositionen mit dem Stillkissen ausprobiert. Und alles hat immer nur kurz geholfen. Sehr kurz.
Meine Zimmernachbarin brauchte viel Unterstützung, ständig ging jemand ein und aus. Zudem bestand sie darauf, dass wir das Licht im Zimmer anlassen. Ich fand das anfangs sogar sinnvoll, so konnte ich schließlich auch immer sehen, was mein Baby gerade brauchte. Dabei vergaß ich jedoch, dass ich selbst bei dieser Helligkeit kaum zur Ruhe komme.
Am nächsten Morgen dachte ich ganz nüchtern:
„Okay, willkommen in einer neuen Ära. Das ist jetzt also mein Leben. Das Leben ‚ohne Schlaf‘? … Oder?“
Ich war weder verbittert noch zynisch, auch nicht traurig. Ich war einfach nur müde.
Dabei war Müdigkeit an sich nicht einmal das Schlimmste. Ich habe viele Jahre in der Eventbranche gearbeitet. Dort ist es normal, lange zu arbeiten – oft 13, 14 oder auch mal 18 Stunden am Stück, bis spät in den Abend, tief in die Nacht oder den frühen Morgen hinein. Die Müdigkeit ist dort fast wie eine Zwillingsschwester: Manchmal nervt sie, aber man ist immer mit ihr verbunden. Ich kenne sie. Ich akzeptiere sie.
Doch durch mein Kind hat sich die Müdigkeit verändert. Sie war nicht mehr nur die vertraute Zwillingsschwester, sie hat plötzlich einen Schatten namens Ratlosigkeit bekommen: „Wie kann Schlaf denn nur SO schwierig sein?“
Aloha heißt nicht immer Gelassenheit – Aloha heißt Hingabe
In Hawaii sagt man:
Aloha ist mehr als Liebe. Aloha ist Präsenz, auch wenn die Wellen hochgehen.
Mit meinem Sohn habe ich den Aloha-Spirit nicht irgendwann gelernt – ich wurde hineingeschubst. Da gab es keine Wahl.
Er brauchte Nähe wie Luft.
Tagsüber zuverlässig vier Mal dreißig Minuten – auf die Minute genau.
Aber nur auf dem Arm oder in der Trage.
Nachts wachte er jede Stunde auf und suchte mich.
Nicht aus Laune.
Nicht aus „falscher Angewohnheit“.
Sondern weil er so war.
So gebaut.
So auf die Welt gekommen.
Dann kam meine Tochter – und brachte ihre eigene Wellenform mit
Ich dachte heimlich:
Wenn das zweite Kind kommt, wird es bestimmt ganz anders.
Vielleicht schläft sie ja – bitte, Universum, bitte – besser.
Nun… Das Universum hatte Humor.
Milly wachte nachts alle zwei Stunden auf.
Sie wollte auch meine Nähe, aber nicht so wie ihr Bruder.
Und vor allem wurde sie nicht etwa beruhigt, weil ich stillte – nein.
Sie wurde witzigerweise danach erst richtig wach.
Sie zappelte wie ein kleiner Fisch im Netz, meckerte, beschwerte sich, als wäre Schlaf eine unerträgliche Beleidigung ihrer Freiheit.
Und obwohl meine Tochter früher als mein Sohn in ihr eigenes Bett zog, weil ihr Wunsch bei ihrem großen Bruder im Zimmer zu schlafen irgendwann stärker war – änderte sich eines nicht:
Schlaf war nie linear, nie vorhersehbar, nie etwas, das man einfach abhaken konnte.
Mein Sohn schlief mit 6,5 Jahren noch nicht durch und kam öfters zu mir ins Bett und brauchte einfach eine Portion “Mama”.
Heute – mit 9 und 6 – schläft hier immer noch niemand wie im Bilderbuch
Ich würde so gerne sagen:
„Doch, jetzt ist alles gut. Jetzt schlafen sie super. Oder immerhin durch.“
Aber die Wahrheit?
Sie sind oft 22 Uhr noch hellwach.
Nicht wegen Zucker, nicht überdreht vor Müdigkeit, sondern einfach voller Energie. Sie machen es sich dann gemütlich im Bett, lesen lange Bücher oder erzählen sich Dinge, die anscheinend nicht bis morgen warten können.Gleichzeitig waren und sind sie selten krank, körperlich robust, emotional sensibel. Einfach zwei Kinder, deren inneres Meer abends eben nicht zur Ruhe kommt, nur weil die Uhr das gerne hätte.
Und während andere Eltern erzählen, wie ihre Kinder um 19:30 „einfach weg“ sind, sitze ich manchmal einfach da, schaue auf meine hellwachen zwei und denke:
Ich liebe euch
… aber warum seid ihr so wach?
Und gleichzeitig:
Wie faszinierend seid ihr eigentlich?
Vielleicht ist das der Moment, an dem mein Aloha-Spirit wirklich gewachsen ist.
Nicht an den stillen Abenden, an denen alles harmonisch lief – davon hatte ich ja kaum welche.
Sondern in den Nächten, in denen ich mich fragte:
Warum ich? Warum wir? Warum so schwer?
Und dann, irgendwann, kam diese stille Erkenntnis, die vielleicht nur entsteht,
wenn man sehr, sehr oft sehr, sehr übermüdet ist:
Niemand schläft jeden Tag gleich.
Auch Erwachsene nicht. Und ich schon gar nicht. Wie oft liege ich mit einem Karussell im Kopf ganz lange da und kann nicht einschlafen, während mein Körper eigentlich müde war.
Warum also sollten Kinder jeden Tag gleich ticken?
Schlaf ist kein Rätsel, das nach einer expliziten Lösung verlangt, sondern eine Strömung.
Ich muss ihn nicht beherrschen; ich muss nur lernen, mit den Wellen zu gehen und ruhig zu atmen.
Neid ist keine Schande – er ist ein Echo der Erschöpfung
Ich sage es offen:
Ich war oft neidisch.
Manchmal bin ich es heute noch.
Aber ich vergleiche mich nicht mehr.
Ich darf anerkennen:
Es ist hart, ständig müde zu sein.
Es ist hart, keine echte Pause zu haben.
Es ist hart, wenn sich der eigene Alltag anfühlt wie Leben auf hoher See.
Und gleichzeitig – vielleicht ist das der Aloha-Moment –
habe ich aufgehört, gegen die Müdigkeit meiner Kinder zu kämpfen.
Und gegen meine eigene.
Ich habe mir erlaubt zu sagen:
Ja, das ist anstrengend.
Und trotzdem: Es ist okay, dass es bei uns so ist.
Meine Kinder schlafen nicht wie die anderen.
Aber sie schlafen so, wie sie es brauchen.
Und vielleicht ist das genug.
Aloha war für mich nicht die friedliche Strandmetapher, die man manchmal romantisiert.
Aloha war:
Ich halte dich, auch wenn ich selbst kaum halten kann.
Ich atme, obwohl ich müde bin.
Ich bleibe hier, auch wenn ich mich frage, warum es für andere leichter aussieht.
Mein Aloha-Herzensgedanke zum Schluss:
ein kleiner Lichtschein – und eine Einladung
Falls du gerade auch damit zu kämpfen hast, dann möchte ich dir sagen:
Du machst das gut.
Und deine Kinder auch.Du machst nichts falsch.
Und du bist nicht allein an diesem Strand.
Manchmal hilft es, den Abend bewusst sanft einzuleiten.
Mit einer Geschichte.
Mit einer Stimme.
Mit einem Moment, der wie eine kleine Welle über euch schwappt und sagt:
„Ruh dich aus. Du musst nichts leisten.“
Auf meinem YouTube-Channel https://www.youtube.com/@aloha.jomilo findest du selbst geschriebene und gesprochene Gute-Nacht-Geschichten. Nicht perfekt, aber keine KI Stimme, sondern von mir persönlich gesprochen, mit einer Prise Aloha-Spirit, die zum Träumen einlädt. Wenn du magst, schau dort gern vorbei.
Am Ende des Tages zählt nicht, wann dein Kind einschläft oder wie lange es schläft. Sondern dass es sich sicher, geliebt und verstanden fühlt. Der Rest kommt – wie die Wellen – von ganz allein.
Aloha und gute Nacht ❤️
